“VR-Gewinnsparen” im Lotto-Check: immer ein Gewinn?

Screenshot von der Webseite vom Gewinnsparverein der Volksbanken und Raiffeisenbanken in Sachsen

Webseite vom Gewinnsparverein der Volksbanken und Raiffeisenbanken in Sachsen

Gewinnen, sparen und helfen ist das Motto vom Gewinnsparen – die Lotterie der Volksbanken und Raiffeisenbanken R+V und Sparda-Banken in Deutschland.
Bei dieser Soziallotterie werden monatlich Geld- und Sachpreise ausgeschüttet, wobei ein Großteil des Loses als Sparguthaben auf das eigene Konto gutgeschrieben wird. Außerdem wird ein großer Teil der Einnahmen für soziale Zwecke in der Region genutzt.

Wir haben uns die “Volksbank-Lotterie” näher angeschaut und schauen, ob sich die Teilnahme lohnt. Außerdem klären wir: Wie unterscheidet sich das Gewinnsparen vom PS-Sparen der Sparkasse und dem klassischen LOTTO?

 

So funktioniert das VR-Gewinnsparen

Diese Lotterie wird in der Regel als Abonnement gespielt. Nötig ist ein Konto bei der Volksbanken und Raiffeisenbanken, der BBBank, PSD Bank oder der Sparda Bank. Meistens werden Gewinnsparlose im Beratungsgespräch direkt vor Ort in der Bank erworben. Nur in einigen Regionen können Lose online erworben werden.

Ein Los umfasst eine zehnstellige Nummer. In der Regel kann man diese nicht selbst aussuchen, beziehungsweise nur die Endziffern. Damit sollen doppelt vergebene Nummern vermieden werden. Bei der monatlichen Ziehung werden zahlreiche Lose gezogen. Kleingewinne fallen oft auf ein- oder zweistellige Endzahlen und sind dementsprechend häufiger als Großgewinne. Ein Los umfasst 75% Sparguthaben, dieses wird automatisch auf das Sparkonto des Spielers gutgeschrieben – genauso wie die Geldgewinne. Bei Großgewinnen und Sachgewinnen meldet sich die Bank persönlich beim Gewinner.

Bei dem Los-Preis und den Gewinnen unterscheiden sich die einzelnen Gewinnsparvereine der Volksbanken, Raiffeisenbanken und der Sparda Banken. Mancherorts kostet ein Los 5,00€, teilweise aber auch 10,00€. Auch die Gewinne unterscheiden sich, zudem lässt jeder regionaler Gewinnsparverein seine eigenen Gewinnzahlen ziehen.

 

Übersicht der einzelnen Gewinnsparvereine

Sich ein einheitliches Bild zu machen ist beim VR-Gewinnsparen gar nicht so leicht, da es unzählige regionale Gewinnsparvereine und Gewinnsparverbände gibt, die jeweils eigene Preise und Ziehungen durchführen. Obendrein nehmen bei einigen Vereinen mehrere Konkurrenz-Banken teil. Unsere Liste versucht, eine grobe Übersicht zu vermitteln:

Zu den Höchstgewinnen werden in der Regel Oberklasse-Neuwagen und andere Sachpreise verlost. Oftmals findet am Jahresende eine zusätzliche Sonderauslosung statt. Das Verwechselungspotential mit anderen Gewinnsparvereinen ist groß. Außerdem veranstaltet auch die Postbank ein “Gewinn-Sparen”, was jedoch nichts mit den VR-Gewinnsparen zu tun hat. Unser Tipp: Die Gewinne und die Gewinnzahlen entnimmt man am besten von der Homepage der Bank, die das Gewinnspar-Los vermittelt hat.

 

Lohnt sich die Spielart “10 Gewinnt!”?

10 Gewinnt! Logo

(Quelle: VR-Networld.de)

Häufig wird die Spielart “10 Gewinnt!” erwähnt. Sie soll eine Gewinn-Garantie bieten. Dies klappt durch den Gewinn von Kleinbeträgen, der beim Gewinnsparen auf eine Endziffer im Monat fällt. Spielt man 10 Lose mit allen Endziffern von Null bis Neun, wird logischerweise einmal diese Gewinnklasse getroffen.

Wirklich lohnenswert ist diese Spielart, die auch bei der Glücksspirale möglich ist, nicht. Von einem sicheren Gewinn gibt es wahrscheinlich neun Nieten. Außerdem erhöht die Spielart den Einsatz um das Zehnfache.

 

Wie sozial ist die Lotterie wirklich?

Hervorgehoben wird der soziale Faktor der Lotterie: 25% des Loseinsatzes (nach Abzug des Sparguthabens) werden für soziale Förderprojekte in verschiedenen Bereichen aus der Region verwendet. Dieser “Reinertrag” ist jedoch nicht ungewöhnlich. Auch das klassische LOTTO 6 aus 49 verwendet rund 25% der Einsätze für gemeinnützige Zwecke. Andere Soziallotterien kommen sogar auf 30% Spendenertrag.

 

Unterschiede vom VR-Gewinnsparen und Sparkassen-PS-Los

Auch die Sparkassen in Deutschland führen eine Sparlotterie. Diese ähnelt sehr stark der Lotterie der Volksbanken und Raiffeisenbanken: auch hier fließt ein großer Teil des Loseinsatzes als Sparguthaben auf das Konto und ein Viertel des wirklichen Lotterieeinsatzes wird für wohltätige Zwecke genutzt. Man könnte sich glatt fragen, wer hier von wem abgeschaut hat.

Die auffälligste Unterschied, den wir bei den beiden Lotterien feststellen, sind die Gewinne. Während die meisten Gewinnsparvereine eher kleinere Geldgewinne im fünfstelligen Bereich anbieten, ist der Höchstgewinn bei einigen Sparkassen eine Viertelmillion. Außerdem spielt die Volksbank-Variante deutlich mehr Sachpreise wie Autos und Reisen aus. Zum Teil sind die Unterschiede allerdings verschwindend gering bis nicht vorhanden: beispielsweise leiten im Saarland Sparkassen und Volksbanken eine gemeinsame Sparlotterie.

 

Unser Fazit über das Gewinnsparen

Gewinnsparen Logo

Bildquelle: Youtube.com

Ein großes Problem der Bankenlotterie “Gewinnsparen” ist der Grundgedanke, ein Großteil des Lospreises als Sparguthaben zu verwenden. Diese Idee stammt aus einer Zeit, in der die Zinsen noch so hoch lagen, dass der Lotterieeinsatz damit tatsächlich kompensierbar ist. Heutzutage kann, “wenn Fortuna einem im Stich lässt”, die Lotterie auch zum Verlustsparen werden.

Im Grunde genommen spricht jedoch nichts gegen das VR-Gewinnsparen. Es steht ein seriöser Veranstalter hinter der Lotterie und die Gewinne sind ansprechend. Ob man lieber zum flexiblerem, weil ohne Abonnement und Sparda-Konto spielbarem LOTTO 6 aus 49 oder anderen Lotterien greift, bleibt dem Geschmack des Spielers überlassen.

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Eine Antwort

  1. Morc 30.04.2017

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