Sparlotterie der Sparkassen: lohnen sich die PS-Sparlose?

ps-lotterie-sparlotterie-der-sparkassen-logoGeld sparen und Lotterien – eigentlich zwei widersprüchliche Themen. Doch der Verbund der Sparkassen hat sich 1952 die “Sparlotterie”, in vielen Orten auch “PS-Lotterie” oder “PS-Sparen” genannt, ausgedacht. Bei der monatlichen Auslosung werden Gewinne bis zu 250.000€ ausgeschüttet.

Wir stellen das Konzept der Lotterie vor und schauen auf die Preise und Gewinnchancen – und ob sich die Teilnahme an der Sparlotterie lohnt. Macht die Lotterie glücklicher als die aktuellen Mini-Zinsen?
 

Geschichte und Konzept der Sparlotterie

Um soziale Zwecke in der Region zu fördern gründeten die regionalen Sparkassenverbände eine Lotterie. Sie soll zugleich die Freude am Sparen vergrößern, denn von jedem Los geht der Großteil (80%) auf das eigene Sparkonto oder ein Sparplan der Sparkasse angelegt. Vom eigentlichen Lotterieanteil (20%) gehen dann nochmals 25%  für gute Zwecke in der heimischen Region. Das sind beispielsweise sportliche, kulturelle und gemeinnützige Projekte.

Bei der monatlichen Auslosung gibt es zahlreiche Gewinnklassen, die Geldgewinne beginnen ab 2,50€. Wie bei Soziallotterien (z.B. Glücksspirale) entscheiden die richtigen Endziffern der zehnstelligen Losnummer über den Gewinn.

Das PS-Sparen, bzw. die Sparlotterie ist sehr populär: der Deutschen Sparkassen- und Giroverband berichtet, dass im Jahr 2014 ungefähr 260 Millionen Lose verkauft wurden. Damit hat rechnerisch jeder Deutsche mindesten 3 Lose der Sparkassenlotterie gekauft. Im Übrigen bieten die Volksbanken mit “Gewinnsparen” ein sehr ähnliches Angebot.
 

Regionale Unterschiede bei der Sparlotterie

Dass die deutschen Sparkassen sich in regionale Verbünde aufteilen merkt man spätestens bei der Sparlotterie. So unterscheiden sich regional nicht nur Name, sondern auch Preise, Gewinne und Ziehungstermin. Bei zwölf verschiedenen Sparkassenverbünden kann es so schnell zu Missverständnissen und Ungleichheiten kommen.

image437Ein Beispiel: in Dortmund kann man bei der Sparlotterie bis zu 100.000€ gewinnen, ein Los kostet 6,00€. In Köln bietet die PS-Lotterie bis zu 250.000€, während ein Los hier nur 5,00€ kostet. In München zahlt man beim PS-Sparen ebenfalls 5,00€, hat aber nur die Chance auf maximal 10.000€. In Leipzig sind sogar nur 5.000€ möglich.

Während also der Lospreis zwischen 5-6 Euro pendelt, sind die zu erwartenden Gewinne sehr unterschiedlich. Völlig undurchsichtig wird es mit den Sonderauslosungen von Sachpreisen. Manche Verbände, wie der Norden von NRW, verlosen bei jeder Auslosung Automobile. Im Osten Deutschlands finden nur dreimal im Jahr eine Sonderauslosung statt, dafür sind größere Preise wie Eigenheime oder 500.000€ dabei.

Warum bundesweit kein einheitlicher Lotterieplan herscht, konnten wir nicht herausfinden. Diese Ungleichheit sollte aber nicht den Eindruck erwecken, dass die Lotterien bei manchen Verbänden attraktiver ist: im Endeffekt ist die Gewinnausschüttung bei allen Verbänden gleichhoch. Wenn ein Verband also nur vergleichsweise niedrige Gewinne anbietet, sind die Gewinnchancen auf die Gewinne höher als bei anderen Verbänden.
 

Lohnt sich das PS-Lotterie-Sparen für Lottospieler?

photo2Um die Lotterie zu beurteilen, muss die Aufteilung der Auslosungsbeiträge analysiert werden. Die 80% Sparbetrag ignorieren wir hierbei, da diese prinzipiell wieder auszahlbar ist – abhängig vom Sparvertrag, an den das Bankkonto verknüpft ist.

Vom Lotteriebetrag werden 25% für soziale Zwecke und rund die Hälfte für die Gewinne verwendet. Damit ist die Sparlotterie identisch zum klassischen LOTTO 6 aus 49. Von einem Lotto-Geheimtipp kann also nicht die Rede sein: dem Erwartungswert nach gewinnt man beim PS-Sparen genauso viel wie beim LOTTO. Natürlich unterscheiden sich Gewinnklassen, Chancen und das fehlende Jackpot-System, doch da die Sparlotterien sich sehr unterscheiden, können wir darauf nicht detailierter eingehen.

Im Endeffekt bietet die Sparlotterie keinen echten Vorteil zum klassischen Lotto. Stattdessen ist der PS-Spieler gebunden, 80% Sparbetrag zu zahlen, den ein normaler Lottospieler ebenfalls in ein Sparvertrag oder andere Finanzprodukte anlegen könnte – unabhängig von der Sparkasse.
 

Ist das PS-Lotterie-Sparen empfehlenswert für Sparer?

achievement-18134_1920Geht es darum, ob das PS-Sparen ein sinnvolles Sparanlagenmodell ist, wird die Kritik noch deutlich schärfer. Einen Sparplan mit einer Lotterie zu verknüpfen sei laut Handelsblatt kein “Gewinnsparen”, sondern “Verlustsparen”. Besonders kritisch seien Kombinationen mit Vorsorgesparplänen. Die meisten Kunden spielen im Abo – und so würde laut Handelsblatt-Rechnung erst nach dem 9. Jahr überhaupt ein positiver Gewinn mit der Sparlotterie erziehlt.

Die Welt zitiert Verbraucherschützer, die dieses System für eine fahrlässige Geldanlage halten. Auch rechnet die Welt vor, wie ein Tagesgeldkonto deutlich sinnvoller als Sparmodell wirkt. Die Sparlotterie ist im Endeffekt immer noch eine Lotterie, bei der “nicht viel verloren gehen kann”, doch im Endeffekt Geld verloren geht. Bankberater seien eigentlich in der Verantwortung, vernünftigere Anlagemodelle zu empfehlen.

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Kommentare

  1. Huebner 13.12.2016
  2. Heinz Luedtke 06.01.2018

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