LOGEO “verschenkt” Geld: das Geolotto schreibt Verluste

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Es wird Zeit für ein Zwischenfazit: Nach rund 100 Tagen „LOGEO“ werfen wir erneut einen Blick auf die geo-standortbasierte Lotterie aus Baden-Württemberg. Wie zufrieden sind die Spieler? Wie groß ist die Nachfrage? Wir stoßen bei der Recherche auf ein großes Problem, das die Zukunft der Lotterie LOGEO in Frage stellen dürfte.

Was ist LOGEO

Zur Erinnerung: bei LOGEO handelt es sich um eine Lotterie, die mit dem Standort des Spielers spielt. Dieser Geo-Code ist die Losnummer für die wöchentliche Lotterie. Jeden Montag wird ein Gewinner gezogen, der stattliche 100.000€ gewinnt. Die Spieler, die in der Nähe des Hauptgewinners wohnen, gewinnen ebenfalls zwischen 5.000€ und 5€ – je nach Distanz zum Gewinner-Geo-Code. Jede Woche sind 1337 Gewinner garantiert.

Veranstaltet wird die Lotterie von der Staatlichen Toto-Lotto GmbH Baden-Württemberg. Die Gewinnchance auf den Hauptgewinn ist abhängig von der Spielerbeteiligung. Und hiermit stoßen wir auch auf das Problem der Lotterie.

 

Spieleranzahl zu gering – Ausgaben zu hoch

Kaum einer spielt LOGEO. In den Ziehungsergebnissen der Lotterie kann man nachvollziehen, dass die Spieleinnahmen meist nicht die Gewinnausgaben decken können. In lediglich fünf von 14 Ziehungen lagen die Spieleinnahmen bei über 120.000€ – das ist die Gewinnsumme, die LOGEO jede Woche ausspielt. Dazu kommen zahlreiche Kosten, Lotteriesteuer und Marketingausgaben. Außerdem sollen jede Woche 5.000€ an eine vom Gewinner bestimmten, wohltätigen Zweck gehen.
Laut den Teilnahmebedingungen wird eine Gewinnausschüttung von 60% angepeilt. Das bedeutet angesichts der 120.000€ Gewinnsumme, dass jede Woche Spieleinnahmen in Höhe von 200.000€ benötigt werden, um überhaupt profitabel zu sein.
Davon ist man noch weit entfernt: in der Ziehung am 29.05.2017 haben nur 19.462 Spieler gespielt, was schlappe 97.310,00€ Einnahmen bedeuten. Eine Einnahmen-Gewinnausgaben-Übersicht der 14 LOGEO-Ziehungen haben wir hier zusammengestellt. Der Trend zeigt eindeutig nach unten.

 

Was bedeutet das für die Spieler?

Die wenigen LOGEO-Spieler in Baden-Württemberg dürften in Goldgräber-Stimmung sein, da aktuell mehr Geld ausgeschüttet als eingenommen wird. Dass dies nicht der Sinn einer Lotterie ist, dürfte jedermann klar sein. Auch sind Gewinne damit nicht automatisch garantiert. Wenn dieser Trend jedoch anhält und der Veranstalter nichts am Regelwerk ändert, können die LOGEO-Spieler langfristig nur gewinnen.

Auch die Gewinnchance ist deutlich höher als man vermutlich geplant hat, da sie abhängig von der Spieleranzahl ist. Bereits zweimal lag die Gewinnchance auf den Hauptpreis bei weniger als 1 zu 20.000. Da kann keine andere Lotterie mithalten. Leider bleibt die Lotterie weiterhin Spielern aus dem südwestlichen Bundesland vorenthalten.

Einige Spieler scheinen das LOGEO-Problem erkannt zu haben. So gewann am 12.06.2017 ein Spieler aus Biberach, der sich anscheinend mit mehreren dutzend Losen eingedeckt hat. Sowohl Gewinnklasse 1 (100.000€) als auch Gewinnklasse 2 bis 4 fielen auf Gewinner im Umkreis von 0,0km.

 

Wie könnte LOGEO rentabel werden? Unser Kommentar.

Bei der Toto-Lotto GmbH BW sollten die Alarmglocken läuten. So hohe Verluste sind nicht dauerhaft hinnehmbar. Vermutlich hofft man auf eine Trendwende – schließlich ist die Lotterie LOGEO nur vor ein paar Monaten eingeführt worden. Wir haben mögliche Ursachen gesucht, wieso LOGEO bisher Verluste schreibt.

Zu großer Hauptgewinn: jede Woche wird ein 100.000€-Gewinn garantiert, unabhängig von der Spielerbeteiligung. Ein kleinerer Hauptgewinn würde die Ausgaben deutlich reduzieren. Aus Imagegründen würde man diesen Schritt wohl möglichst vermeiden wollen.

Zu häufige Ziehungen: vielleicht ist eine Ziehung pro Monat effektiver als eine Ziehung pro Woche. Der größere Zeitrahmen könnte mehr Spieler pro Ziehung einsammeln. Außerdem würden die Verluste auf ein Viertel reduziert, da drei Ziehungen im Monat wegfallen.

Umständliche Teilnahme: Spieler am Lottokiosk können nur mit einer LOTTO-Kundenkarte spielen, um ihre Adresse zu bestätigen. Der Anteil der Kundenkarten-Besitzer ist überschaubar und nur wenige Spieler wollen sich die “ServiceCard” oder einen “Spielpass” für das LOGEO-Lotto besorgen. Daher sollte die Teilnahme unkomplizierter gemacht werden.

Weitere Bundesländer: würde der Veranstalter mit anderen Landeslotterien kooperieren, sodass LOGEO nicht nur in Baden-Württemberg verfügbar ist, so wäre auch der Spielerkreis deutlich größer. Damit müssten LOGEO-Fans nicht auf Alternativen wie der Postcode-Lotterie ausweichen, die bundesweit verfügbar ist.

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