Negative Erfahrungen: Multilotto verprellt Spieler

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Multilotto Screenshot vom 11. Februar 2018Keine guten Nachrichten für Spieler von Multilotto: der Anbieter macht aktuell mit negativen Aktionen auf sich aufmerksam. Es berichten zahlreiche Spieler von plötzlichen Kontensperrungen im Rahmen einer Bonusaktion. Für Aufregung sorgen auch die mühselige Spielerverifizierung und versteckte Steuern in den Geschäftsbedingungen.

Wie seriös ist der Anbieter mit Sitz auf der niederländischen Karibikinsel Curaçao? Wir berichten im Detail über die aktuellen Vorfälle.

 

Kontensperrungen im Rahmen einer Bonusaktion

Screenshot Dealdoktor Bonusaktion mit MultilottoDer größte Protest stammt aus einer verunglückten Bonusaktion mit dem Portal Dealdoktor. Das Sparportal versprach seinen Nutzern einen 40 €-Gutschein, wenn man 20 € im Casino von Multilotto verspielt. Die Bonusaktion pausiert mittlerweile, im Kommentarbereich stapeln sich die Kommentare verzweifelter Kunden.

Während erste Nutzer noch erfolgreich eine Auszahlung vornehmen konnten, schien Multilotto ab einem Zeitpunkt wahllos Spieleraccounts zu sperren und Gewinne einzufrieren. Einige Konten wurden wieder freigegeben, nachdem Spieler den englischsprachigen Kundenservice kontaktierte. Stichfeste Gründe für die Sperrung gab Multilotto nicht an, es war nur von “technischen Fehlern” die Rede.

Der Betreiber des Sparportals rät in den Kommentaren, den Kundenservice um eine Freischaltung zu bitten mit dem Vorwand, “dass man gerne weiter einzahlen und Lotto spielen oder im Casino zocken würde.” – ein reichlich fragwürdiger Rat. Weiterhin könne das Sparportal den 40 €-Gutschein nicht garantieren, wenn man sich bei Multilotto nicht vollständig verifiziert hat.

Einige Spieler haben die eingesetzten 20 Euro bereits als “Lehrgeld” abgeschrieben. Die Geschichte zeigt allerdings auch, dass Multilotto selbst mit seinem Vertriebspartnern (Dealdoktor) wenig transparent umgeht. Dealdoktor ist bemüht um Schadensbegrenzung. Das Portal ist noch im Gespräch mit Multilotto.

 

Verifizierung verlangt zahlreiche intime Informationen

Viele Glücksspielanbieter verlangen einen Identitätsnachweis, um Spielbetrug und Geldwäsche zu vermeiden. So verlangt Lottoland beispielsweise, eine Fotokopie des Personalausweises hochzuladen. Der Anbieter Multilotto hat jedoch eine außerordentlich lange Anforderungsliste für die Verifizierung:

  • Vorder- und Rückseite des Personalausweises (bzw. Führerschein oder Reisepass)
  • Foto vom Gesicht des Spielers, den Personalausweis daneben haltend
  • Einzahlungsnachweis, wie ein Kontoauszug oder Fotos der Kreditkarte
  • Adressnachweis, wie eine Strom- oder Telefonrechnung, nicht älter als sechs Monate

Gleich vier Identitätsnachweise zu organisieren ist aufwändig und grenzt an Schikane. Gut möglich, dass Multilotto vermutet, einige Spieler verzichten freiwillig auf eine Auszahlung. Nach deutschen Datenschutzstandards sind die Anforderungen höchst fragwürdig. Auf Trustpilot vergeben aus diesem Grund zahlreiche Kunden negative Bewertungen und teilen ihre schlechten Erfahrungen.

 

Heimliche Lotteriesteuern

Beim Lotto-Angebot spart Multilotto an einigen Stellen. So erhalten Spieler nicht den vollständigen EuroJackpot-Gewinn oder Euromillions-Gewinn. In den Geschäftsbedingungen (11.2.) findet man den Hinweis, dass Gewinne aus diesen Lotterien ausgezahlt werden, “als wenn der Gewinner ein Bewohner von Zürich, Schweiz bzw. Barcelona, Spanien wäre“.

Klingt erstmal nicht auffällig, doch diese Passage dient zur Einführung der Lotteriesteuer, die in diesen Ländern fällig wäre. So zahlen Schweizer Lottospieler ab 1000 Franken 35% Steuern. Dementsprechend zahlt Multilotto 35% weniger aus. In Deutschland gibt es keine Steuer auf Lotteriegewinne. Auch Konkurrenten verzichten auf diese Steuer.

Dass Multilotto Regeln in seinen AGB’s einbaut, die lediglich Lotterie-Kenner entschlüsseln können, sind ein eindeutiger Beweis für eine kundenunfreundliche Unternehmenspolitik.

 

Fazit: Multilotto ist nicht empfehlenswert

Multilotto LogoEin intransparenter und kundenunfreundlicher Umgang ist anscheinend der Standard bei Multilotto. Das Unternehmen mit Sitz und Lizenz in Curacao lockt Spieler mit verführerischen Rabatten herbei und enttäuscht, wenn es zum Gewinn kommt. Das haben die aktuellen Geschehnisse eindrucksvoll bewiesen.

Lotto ist Vertrauenssache, schließlich geht es um Millionengewinne. Wir empfehlen, das Vertrauen renommierteren Lottoanbietern zu geben.

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5 Kommentare

  1. z427962 12.02.2018 um 7:07 -  Antworten

    > Dass Multilotto Regeln in seinen AGB’s einbaut, die lediglich Lotterie-Kenner entschlüsseln können, sind ein eindeutiger Beweis für eine kundenunfreundliche Unternehmenspolitik.

    Naja, dass kann jeder mit Google rausfinden. Machen ja Lottoland und Tipp24 mit ihren Powerball und Megamillions nicht anders. Lottohelden ebenso.

    • Simon 12.02.2018 um 13:12 -  Antworten

      Dies gilt aber nur für Powerball und Megamillions. Die Anbieter machen auch ungleich deutlicher auf die Abzüge aufmerksam. Bei Tipp24 sind beispielsweise jeder Jackpot dieser zwei Lotterien mit Sternchen markiert, in der Fußnote wird der Abzug klar beziffert. Lottohelden nimmt keine Abzüge vor, da es diese US-Lotterien nicht anbietet.

      Abzüge auf EuroMillions und EuroJackpot habe ich zuvor bei keinem anderen Online-Lottokiosk entdeckt. Der deutsche Spieler rechnet in der Regel einfach nicht damit, da Lottogewinne hier steuerfrei sind. Dass die Multilotto-AGB’s hier sogar zusätzliche Recherche zumuten, halte ich für eine maßlose Frechheit. Solche hinterhältigen Geschäftsbedingungen bringen die ganze Onlinelotto-Branche in Verruf.

  2. z427962 12.02.2018 um 20:56 -  Antworten

    > Die Anbieter machen auch ungleich deutlicher auf die Abzüge aufmerksam.

    Also Lottoland macht das ebenso (un)deutlich wie Multilotto in ihren AGB. Ebenso unsauber ist da ob man die Einmalzahlung bekommt oder eben die Raten. Das entscheiden beide Anbieter wie sie wollen.

    > Der deutsche Spieler rechnet in der Regel einfach nicht damit, da Lottogewinne hier steuerfrei sind.

    Warum nimmt er denn dann den Abzug bei den US Lotterien Powerball und Megamillions hin? Wie gesagt, wer Online Lotto spielt ohne die AGBs gelesen zu haben ist in meinen Augen selber Schuld. Diese Zeit sollte man sich einmal nehmen und den für sich besten Anbieter raussuchen.

    Wäre schon besser es wäre anders, aber da finde ich zum Beispiel worldlotteryclub noch viel mieser. Ich zitiere:

    > Bei Gewinnen von über 10 Mio. £ zahlen wir die ersten 10 Mio. £ in einer Zahlung so bald wie möglich nach der Ziehung. Der Restbetrag wird in neunzehn gleichen Jahresraten gezahlt, und zwar jeweils am oder innerhalb von 7 Tagen nach dem Jahrestag der ersten Zahlung (die „Ratenzahlungen“). Nach unserem eigenen Ermessen können wir mit Ihnen Verhandlungen aufnehmen, um den Betrag und die Frequenz der Ratenzahlungen zu ändern und einen neuen, für beide Seiten akzeptablen Zeitplan für die Zahlung des ausstehenden Restbetrags zu vereinbaren.

    • Simon 12.02.2018 um 22:48 -  Antworten

      Lottoland beziffert eindeutig die Abzüge und versteckt sich nicht hinter einer schwammigen “Wohnsitz in Sonstwo”-Passage, bei der ein Bezug zu einer Lotteriesteuer selbst erahnt werden muss. Ebenso undeutlich ist das nicht, auch wenn nur Tipp24 in diesem Fall vorbildlich vorgeht.

      Der Unterschied bei den US-Lotterien ist auch, dass es diese in keinem Land der Welt lotteriesteuerfrei spielbar sind. Die Abzüge sind gang und gäbe in den USA. Bei multinationalen Lotterien wie Eurojackpot oder Euromillions würde ich aber davon ausgehen, dass die Gesetze meines Landes gelten.

      Und, natürlich hast Du recht, man sollte vorher immer die AGBs lesen. Doch wir wissen auch, dass das leider die wenigsten tun. Umso eher müssen wir öffentlich Missstände in den AGBs aufdecken, auch wenn sich Multilotto über die negative PR sicherlich wenig freut. Ich habe die Hoffnung, dass die Anbieter damit ihr Produkt verbessern. Worldlotteryclub ist garantiert auch nicht das Gelbe vom Ei. Da die aber kaum im deutschen Markt aktiv sind, sind sie mir kein Dorn im Auge.

  3. Ulli 08.03.2018 um 12:23 -  Antworten

    Um seinen Gewinn auszahlen zu lassen, gibt es es Regeln an die man sich halten muss.
    Dazu gehört die umfangreiche Verifizierung mit zig Dokumenten.
    Zwar steht die Adresse auf dem Personalausweis, dennoch wird der Upload einer Haushaltsrechnung gefordert etc. etc.
    Entweder spielt man mit und lädt die geforderten Dokumente hoch oder man verzichtet auf die Auszahlung.
    In meinem Fall wurden ALLE Dokumente akzeptiert, dann verlangte man doch nochmal das ein oder andere.
    FAZIT: Erst wird akzeptiert, dann doch nicht (eine nicht endende Nerven-Sache).
    Auszahlung ist nur per TRUSTLY, NETELLER oder SKRILL möglich.
    Ich nutze SKRILL (dort sind meine Karten- und Bankkontodaten hinterlegt).
    Nun soll ich die Auszahlung über TRUSLTY veranlassen, obwohl meine Bank mit TRUSTLY nicht zusammenarbeitet.
    DAS IST NICHT SERIÖS!
    Auf meine Frage “Weshalb nicht Truslty?” reagiert der Support nicht – Stille.

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